

Mobbing! Was ist das?
Der Begriff „Mobbing“ wird in unserer Gesellschaft sehr schnell in den Mund genommen. Doch wann sprechen wir von Mobbing und wann nicht.
Hier 3 Beispiele: Alle Namen sind geändert!
Beispiel 1
Peter und Paul sind gut miteinander befreundet. Sie spielen und treffen sich regelmäßig. Im Kindergarten freundet Peter sich zusätzlich mit Felix an. Paul ist traurig, weil Peter nun auch mit Felix spielt und für ihn nicht mehr so viel Zeit hat. Am liebsten wäre Paul bei den Treffen mit Peter und Felix dabei. Paul spricht mit seinem Vater darüber. Der versteht Paul und rät ihm Peter von seiner Traurigkeit zu erzählen und dass er gerne auch ab und an mit Felix und Peter gemeinsam Zeit verbringen möchte. Peter wiederum erklärt, wieso er mal mit Paul und mal mit Felix zusammen ist. Er mag beide als Freunde.
Ich habe den 4–5-Jährigen einen Kurzfilm dazu gezeigt und sie sagten: „Jeder kennt das!“ „Wichtig ist: wir bleiben trotzdem Freunde!“
Beispiel 2
Anna arbeitet im Homeoffice. Bei ihrem Arbeitgeber vor Ort ist sie alle 14 Tage für 2-4 Tage. Anna hat innerhalb des Unternehmens eine neue Aufgabe übernommen. Da ihr der Arbeitsauftrag noch nicht klar ist, startet sie vorsichtig mit Gesprächen in ihrem Team und mit ihrem Chef. Da Unsicherheiten vorhanden sind, nutzt Kollege Hans aus der anderen Abteilung diese Gelegenheit und verunsichert Anna noch mehr. Er macht ihr in den virtuellen Meetings vor anderen Teilnehmenden Schuldzuweisungen. Hans versucht so von sich und seinen nicht gut laufenden Geschäften abzulenken. Ein Stachel im Auge ist für ihn das Remote arbeiten und die in seinen Augen kurze Anwesenheitsphase von Anna. Mit allen Mitteln versucht Hans sein Team und das Team von Anna samt Chef auf seine Seite zu ziehen. Einige Arbeiten vor Ort, andere arbeiten Remote.
Anna beschließt trotz ihrer steigenden Verunsicherung dem Kollegen die Stirn zu bieten. Sie spricht ihren Chef und die Teams auf den Umgang des Kollegen an und fragt sie nach deren Einschätzung. In den nächsten online Gesprächen mit den Teams und ihrem Chef, springt sie über ihren Schatten und hält Hans kommunikativ den Spiegel vor. Es dauert einige Zeit bis er erkennt, dass er von Annas Erfahrung und Vorgehensweise profitiert. Die Zusammenarbeit verbessert sich deutlich. Es kommt zur Anerkennung und Wertschätzung.
Was sich leicht anhört, ist für Anna mit viel Arbeit an sich selber einhergegangen. Selbstzweifel und Unsicherheiten mussten beseitigt werden. Da Anna die Situation mit ihrem Kollegen nicht verdrängt hat, sondern direkt wahrgenommen und eingeordnet hat, konnte innerhalb von 4 Monaten das beginnende Mobbing unterbunden werden.
Beispiel 3
Simon hat einen Schulwechsel nach der 10. Klasse von der Realschule auf das Gymnasium vorgenommen. Er ist ein guter Schüler. Nach der 1. Stunde Deutschunterricht hat Simon den Eindruck, seine Deutschlehrerin Frau Kurz, kann ihn nicht leiden. Er äußert seinen Eindruck bei seinen Eltern. Die sind der Meinung, er solle mal abwarten, es ist ja erst die 1. Stunde. Frau Kurz nimmt Simon nicht dran, wenn er aufzeigt. Stattdessen holt sie ihn an die Tafel, wenn Simon sich nicht meldet. Kann er eine Aufgabe nicht direkt lösen, sagt Frau Kurz vor der gesamten Klasse wie unfähig Simon ist. Klausuren werden mit einer 5 bewertet und Simon wird unterstellt, er habe bei seiner Nachbarin abgeschrieben. Was unmöglich ist, da sich 2 unbesetzte Tische zwischen ihnen befanden. Simon ist auf Grund der ihm widerfahrenden Ungerechtigkeiten sehr wütend und traurig und hilflos. Als seine Eltern die Klausur seiner Mitschülerin mit seiner einsehen und vergleichen wollen, ist seine Klausur laut Frau Kurz verschwunden. Zu allem Unglück bekommt er Frau Kurz zusätzlich in einem weiteren Fach. Sie erklärt ihm unumwunden, dass er bei ihr keine Chance hat. Simon wird immer unsicherer und zweifelt an sich. Er hat Angst zur Schule zu gehen. Bauchschmerzen, Kopfschmerzen machen sich bei ihm breit. Er nimmt immer mehr ab. Gespräche mit den Eltern lehnt Frau Kurz ab. Der Schulleiter zieht sich aus der Verantwortung. Die Eltern beschließen gemeinsam mit Simon, die Schule zu wechseln. Für Simon ist das eine persönliche Katastrophe. Bei ihm bleibt hängen: Ich kann nichts und mit mir stimmt etwas nicht. An der neuen Schule findet Simon ein freundliches und herzliches Miteinander vor. Er wird von seinen Mitschülern freundlich aufgenommen und seine Lehrer und Lehrerinnen bemerken sofort, was in ihm steckt. Er macht ein gutes Abitur. Seine Selbstzweifel und Ängste vor dem Versagen ziehen sich jedoch durch sein Studium. Die Eltern sind immer seine Stütze und Begleiter. Sie vertrauen auf das, was sie ihm mitgegeben haben. Das macht die Eltern zuversichtlich für Simons Zukunft. Als Simon seine erste Stelle weit weg von zu Hause antritt, trifft er auf Menschen, die seine Kompetenzen anerkennen und würdigen. Er lernt neue Freunde kennen und wächst nach und nach über sich hinaus. Simon und seine Eltern durfte ich auf diesem sehr steinigen Weg begleiten und es war mir eine große Freude zu sehen, wie er im Laufe der Jahre an seinen Herausforderungen gewachsen ist. Einen kleinen Stachel hat er zurückbehalten. Der macht ihn frühzeitig darauf Aufmerksam, wenn irgendetwas nicht stimmt. Dann weiß er, was zu tun ist: innehalten, in sich hinein hören, wahrnehmen, abklären und handeln.
Die Beispiele zeigen, wie wertvoll es ist, wenn man seinen inneren Kompass kennt. Eigene Gefühle wahrzunehmen und zu benennen ist eine wichtige Basis für eine gezielte Abklärung der Situation. Eigene Bedürfnisse zu erkennen, bedeutet diese in Worte fassen zu können. All das macht uns Handlungsfähig. Emotionen können trainiert werden. Aus diesem Training resultiert eine wichtige soziale Kompetenz. Eine achtsame Kommunikation und Transparenz. Es ist wichtig für unser Überleben in einer sich stetig schneller entwickelnden Gesellschaft. Social Media ist ein zusätzlicher Beschleuniger. Dies gilt für private und berufliche Themen und in jeder Altersklasse. Daher biete ich Trainings ab 4 Jahren an.
